„Die Waffen nieder“, Erinnerung an Bertha von Suttner. Vortrag von Gaby Rehnelt

Vor 100 Jahren, kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges, starb Bertha von Suttner, die 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis bekommen hatte. Aus ihrem Leben und Wirken berichtete Gaby Rehnelt lebendig und detailliert beim Brunch im Frauenkulturzentrum.

Bertha von Suttner, 1843 geboren, wuchs auf im aristokratischen Umfeld der österreich-ungarischen k.u.k. Monarchie. Trotz ihrer Zugehörigkeit zum Adel blieb ihr die Erfahrung von Armut nicht erspart, was sich schlecht mit ihrer Vorliebe für elegante Kleidung vertrug.

Sie lernte Sprachen, beschäftigte sich mit Musik und reiste viel.

Als Gouvernante bei dem Industriellen Freiherr Karl von Suttner in Wien verliebte sie sich in Arthur von Suttner, den sie 1876 gegen den Willen seiner Eltern heiratete. Durch die Enterbung ihres Ehemannes war das Paar Suttner auch weiterhin mit Geldsorgen geplagt und lebte 1876 bis 1885 in großer Armut in Georgien 1877 begann sich durch beider schriftstellerische und journalistische Tätigkeit ihre Lage etwas zu bessern.

Nach der Aussöhnung mit der Familie lebten sie im Familienschloss Harmannsdorf in Niederösterreich.

Bertha von Suttner bekam durch ihre Reisen und Aufenthalte in verschiedenen Ländern und durch viele Bekanntschaften und Freundschaften mit bedeutenden Persönlichkeiten Kontakt zur beginnenden Friedensbewegung. Besonders prägend für sie war ihre Freundschaft mit Alfred Nobel, dem Erfinder des Dynamits. Sie soll es denn auch gewesen sein, die Alfred Nobel dazu brachte den Nobelpreis auszurufen

Um die Jahrhundertwende war Bertha von Suttner die treibende Kraft der bürgerlichen Friedensbewegung geworden und mit ihrem 1889 veröffentlichten Roman „Die Waffen nieder“, unzähligen Berichten und Büchern übernahm sie diese Rolle mit großen Wissen, Eifer und Engagement. 1891 wurde sie anlässlich des Weltfriedenskongresses in Rom zur Vizepräsidentin des Internationalen Friedensbüros gewählt und gründete 1892 die Deutsche Friedensgesellschaft.

Viele Schulen tragen noch heute ihren Namen und es wäre zu wünschen, dass nicht nur der Name, sondern auch das unermüdliche Wirken dieser Frau für den Frieden bekannter wären.

Bedauerlich ist, dass es auch in der Zeit nach 1905, als sie den Friedensnobelpreis erhielt, wohl keine Verbindungen zu der sozialistischen Friedensbewegung gab.

Bertha von Suttner starb am 21.Juni 1914, wenige Wochen vor Beginn des 1. Weltkrieges.

Der Bericht von Gaby Rehnelt wurde mit großem Interesse aufgenommen, fünfunddreißig Frauen waren ins Zentrum gekommen.

Die „Frauen für den Frieden“ erinnerten daran, wie wichtig solche Stimmen für den Frieden zurzeit wieder sind, in einer Zeit, wo es an vielen Ecken der Welt äußerst kriegerisch zugeht und wo eine internationale Institution, deren Gründung auch Bertha von Suttner schon angemahnt hatte und die es heute gibt – die UNO – nicht tätig wird oder werden kann.

Die „Frauen für den Frieden“ verteilten einen Aufruf zum Unterschreiben, der an die örtliche Presse und die Bundestagsfraktionen weitergeleitet werden soll.

 

 

 

 

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/stadt-giessen/nachrichten-giessen/erfahrung-mit-der-armut_14707666.htm