Wir trauern um Edith Teiwes

Der Elisabeth-selbert-Verein nimmt abschied von seinem langjährigen Mitglied Edith Teiwes. Sie ist am 5.Mai im Alter von 94 Jahren verstorben. Edith Teiwes wurde am 10. Juli 1921 In Breslau geboren. Die Eltern führten eine Schneiderwerkstatt und so lernte auch sie Schneiderin. Mit 18 Jahren ließ sie sich beim roten Kreuz zur Krankenschwester ausbilden. Mit Beginn des 2. Weltkriegs wurde das rote Kreuz der Wehrmacht unterstellt. So kam es, dass Edith Teiwes  .....  U. A. an der Ostfront eingesetzt wurde und 1945 die letzten Verwundetentransporte in den Westen begleitete. Sie arbeitete zunächst in einem Lungensanatorium in Winterkasten, später bei einem Zahnarzt in Frankfurt/Main. Ihren späteren Mann lernte sie dort kennen. Nicht etwa als Patienten, sondern als Handwerker, der neue Fenster in den Praxisräumen einsetzte.               Das Paar heiratete 1951. 1956 wurde die einzige Tochter geboren. Die Familie ließ sich 1958 in Gießen nieder. Hier war Edith Teiwes in der ehrenamtlichen Krankenpflege tätig und arbeitete im Ev. Krankenhaus. Nach dem Tod ihres Mannes 1977 gab sie ihre pflegerische Tätigkeit auf und orientierte sich neu. Sie wurde Mitglied im deutschen Frauenring. Ausgelöst durch das AKW- Unglück 1986 in Tschernobyl engagierte sich Edith Teiwes seitdem vehement gehen Atomkraft und Atomwaffen. Sie arbeitete mit bei den Gießener Friedensfrauen und war eine der schwarzgekleideten Frauen, die 10 Jahre lang samstags auf dem Seltersweg demonstrierten. Als 1994 der Elisabeth-Selbert-Verein gegründet wurde, war Edith Teiwes eine der Gründungsfrauen. An ihrem 80. Geburtstag ernannte sie der Verein zum Ehrenmitglied. Die Erlebnisse und Erfahrungen als junge Krankenschwester waren immer ein Thema in den Gesprächen mit ihr. Was Krieg bedeutet und was er aus Menschen macht, davon legte die Zeitzeugin immer wieder Zeugnis ab.