„Männer und Frauen sind gleichberechtigt“
60 Jahre Grundgesetz – 60 Jahre Artikel 3
Aus Anlass des 60 jährigen Bestehens unseres Grundgesetzes erinnert der Elisabeth-
„Ich hatte einen Zipfel der Macht in meiner Hand gehabt und den habe ich ausgenützt,
in aller Tiefe, in aller Weite, die mir rhetorisch zur Verfügung stand. Es war die
Sternstunde meines Lebens….“, so beschreibt Elisabeth Selbert (1886-
Als eine von vier Frauen –neben 61 Männern-
Geboren in Kassel, besucht sie dort die Mädchenrealschule, die sie aber ohne „Reifezeugnis“
verlässt. Sie empfindet dies als Diskriminierung gegenüber den Jungen, die ein Reifezeugnis
erhalten. 1918 lernt sie ihren späteren Mann kennen, den damaligen Vorsitzenden des
Arbeiter-
Nach ihrer Heirat 1920 und der Geburt von zwei Kindern bereitet sie sich im Selbststudium
auf das Abitur vor, das sie 1925 als Externe nachholt. Danach studiert sie zunächst
an der Uni Marburg als einzige Frau Rechts-
Nach dem Zusammenbruch der nationalsozialistischen Herrschaft wird sie 1946 für die
SPD in den Verfassungsbeirat für Groß-
Ende der 50 er Jahre zieht sich Selbert, bis dahin Mitglied des Hessischen Landtags, aus der Politik zurück und gerät beinahe in Vergessenheit. In ihrer auf Familienrecht spezialisierten Kanzlei arbeitet sie jedoch weiter bis zu ihrem 85. Lebensjahr.
Seit 1983 vergibt die Hessische Landesregierung alle zwei Jahre den Elisabeth-
Das Frauenkulturzentrum in Gießen fühlt sich dieser Vorkämpferin für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen verpflichtet, denn noch gibt es viele Bereiche in unserer Gesellschaft, in denen die Ungleichheit der Geschlechter und die Benachteiligung von Frauen nicht behoben ist.