Antifeminismus als Demokratiegefährdung - Vortrag und Diskussion mit Meike Pinkernell, Frauenbüro Gießen

Was eint den Antifeminismus und welche Ziele verfolgt er? Diese Frage stellte  Meike Pinkernell, Mitarbeiterin des Frauenbüros in Gießen,  in den Mittelpunkt ihre Vortrags.  Eine kurze Antwort auf diese Frage kam 1902 schon von Hedwig Dohm: Die Antifeministen wollen die Gedankeninhalte vergangener Jahrhunderte für ewig festhalten. Dies belegte die Referentin mit Beispielen, z. B. aus dem Wahlprogramm der AfD oder Aussagen aus fundamentalistischen christlichen Kreisen.


Sie alle beziehen Position für die traditionelle Familie aus Vater, Mutter, Kinder, die angeblich einer natürlichen Ordnung entspricht, lehnen die Ehe für alle ab, wettern gegen Homosexualität, die Anpassung unserer Sprache an weibliche Formen und vor allem gegen den Begriff „Gender“, der sich mit der Identität von Menschen jenseits von weiblich oder männlich beschäftigt.
Wenn Feminismus in unterschiedlichen gesellschaftlichen Zeiten und Zusammenhängen das Ziel hatte und hat, die Gleichberechtigung von Frauen voranzutreiben und damit die Würde der Frauen der der Männer gleichzusetzen und damit Diskriminierung in einer demokratischen Gesellschaft abzubauen, dann gefährdet der heutige Antifeminismus genau dies.
Die anschließende lebhafte Diskussion unter den zahlreich anwesenden Zuhörerinnen machte deutlich, dass wir wachsam sein müssen und die Errungenschaften unserer heutigen Demokratie nicht als selbstverständlich wahrnehmen dürfen. Sie muss immer wieder verteidigt werden.